
Gute Nachricht für alle, die vom Neubau leben: Der Bund stockt die Mittel für die KfW-Förderung Effizienzhaus 55 (EH55) auf. Das Programm läuft damit bis zum 31. Dezember 2026 weiter – eine drohende Förderlücke im vierten Quartal ist vom Tisch. Für Rohbauer, Zimmerer, SHK-Betriebe, Elektriker und Ausbaugewerke bedeutet das: Projekte, die schon genehmigt sind, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gebaut. In diesem Beitrag fassen wir zusammen, was beschlossen wurde, welche Folgen das für Handwerksbetriebe und Monteure hat und wie Sie sich jetzt aufstellen sollten.
Wie das Bundesbauministerium Anfang Oktober 2026 mitteilte, wäre das ursprünglich eingeplante Budget von 800 Millionen Euro wegen der starken Nachfrage bald ausgeschöpft gewesen. Deshalb stellt die Bundesregierung zusätzliche Mittel bereit, damit Anträge bis zum Jahresende möglich bleiben. Seit dem Programmstart im Dezember 2025 bis Anfang Oktober 2026 wurden laut Ministerium rund 52.100 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von rund 4,9 Milliarden Euro über die KfW gefördert (Programme 297/298).
Gefördert werden Neubau und Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Effizienzhaus- bzw. Effizienzgebäudestandard 55. Voraussetzung: Die Wärmeerzeugung erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, und bei Antragstellung liegt eine gültige Baugenehmigung vor. Es gibt zinsverbilligte KfW-Kredite von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit; Kommunen können einen Zuschuss von 7,5 Prozent beantragen. Anträge sind möglich, bis die aufgestockten Mittel verbraucht sind – längstens bis zum Antragseingang bei der KfW am 31. Dezember 2026.
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) begrüßt die Entscheidung ausdrücklich, fordert aber eine Fortsetzung bis Sommer 2027. Dann soll die sogenannte „Zwei-Programme-Welt“ starten – mit getrennten Fördersäulen für Bestand und Neubau. Nach Angaben des ZDB kommen rund zwei Drittel der Wohnungsbauaufträge von Familien und kleinen Investoren, und zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen im Schnitt 27 Monate. Planungssicherheit ist für diese Bauherren der entscheidende Faktor.
Kurzfristig sorgt die Entscheidung vor allem für eines: Bauherren mit Baugenehmigung in der Schublade haben jetzt einen klaren Grund, ihren Förderantrag noch 2026 zu stellen. Das zieht Vergaben nach vorn. Wer im Rohbau, in der Haustechnik oder im Ausbau tätig ist, sollte in den kommenden Wochen mit mehr Anfragen und kürzeren Entscheidungsfristen rechnen.
Besonders profitieren Gewerke, die den Effizienzstandard direkt umsetzen: SHK-Betriebe mit Wärmepumpen-Know-how, Elektriker für Photovoltaik, Wallbox und Steuerungstechnik, Zimmerer und Holzbauer, Dämmspezialisten sowie Fenster- und Fassadenbauer. Weil die Wärme komplett aus erneuerbaren Quellen kommen muss, ist Erfahrung mit Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Luftdichtheitsprüfungen ein echtes Verkaufsargument.
Mittelfristig bleibt eine Unsicherheit: Was ab dem 1. Januar 2027 gilt, ist offen. Betriebe sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass die Auftragslage im Neubau 2027 nahtlos weiterläuft. Die Aufstockung verschafft Luft für das Schlussquartal – sie ist kein Freifahrtschein für das nächste Jahr.
Wenn Projekte gebündelt starten, entstehen Spitzen. Viele Bauherren wollen Rohbau und Haustechnik noch vor dem Winter auf den Weg bringen. Für Handwerksbetriebe heißt das: Teams werden auf mehrere Baustellen verteilt, oft auch außerhalb der eigenen Region. Gerade Haustechnik-Spezialisten werden überregional angefragt, weil vor Ort Kapazitäten fehlen.
Damit wächst der Bedarf an Auswärtsmontage – und an passenden Unterkünften. Ein Monteur, der nach einer 10-Stunden-Schicht noch 90 Minuten nach Hause fährt, ist am nächsten Morgen weder ausgeruht noch produktiv. Eine Unterkunft nahe der Baustelle spart Fahrtzeit, senkt das Unfallrisiko und macht Arbeitszeiten planbarer. Gleichzeitig sollten Sie die steuerlichen Regeln kennen: Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten und Familienheimfahrten lassen sich bei korrekter Dokumentation ansetzen.
1. Bauherren aktiv ansprechen: Gehen Sie auf Kunden zu, deren Projekt genehmigt ist, aber noch nicht gestartet wurde. Weisen Sie auf die Antragsfrist 31. Dezember 2026 und das begrenzte Budget hin – wer zu spät kommt, geht womöglich leer aus.
2. Angebote EH55-tauglich machen: Bauen Sie Ihre Angebote so auf, dass Energieberater und Bauherr die Anforderungen schnell nachvollziehen können – etwa durch klare Angaben zu Wärmeerzeuger, Dämmwerten und Luftdichtheit. Das beschleunigt die Vergabe.
3. Kapazitäten realistisch planen: Prüfen Sie, wie viele Baustellen Ihr Team parallel stemmen kann. Fehlen Leute, ist kurzfristige Verstärkung durch Subunternehmer oder vermittelte Fachkräfte oft besser als überzogene Überstunden.
4. Material frühzeitig sichern: Wärmepumpen, Fenster und Dämmstoffe sind bei Nachfragespitzen schnell knapp. Rahmenvereinbarungen mit dem Großhandel schaffen Sicherheit bei Preis und Liefertermin.
5. Unterkünfte vorab buchen: Wer Monteure auswärts einsetzt, sollte Unterkünfte nicht erst eine Woche vor Baustart suchen. In gefragten Regionen sind gute Wohnungen im Herbst schnell vergeben.
Für 2027 ist ein Umbau der Förderung geplant: eine Säule für Bestandsgebäude, eine für den Neubau. Ob es bis dahin eine Übergangslösung gibt, ist derzeit nicht entschieden. Handwerksbetriebe sollten die Meldungen von KfW und Bundesbauministerium im Blick behalten und ihr Angebot breit aufstellen – Sanierung im Bestand bleibt ein wichtiges Standbein, wenn der Neubau zwischenzeitlich wieder ins Stocken gerät.
Die CANOVA GmbH vermietet möblierte Monteurunterkünfte an mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen: in Duisburg, Köln und Mönchengladbach ebenso wie in Leipzig, Schkeuditz, Neukieritzsch, Chemnitz, Mittweida, Döbeln und Gera. Die Wohnungen sind voll ausgestattet – mit Küche, WLAN, Bettwäsche und Parkmöglichkeiten – und lassen sich flexibel für einzelne Wochen oder mehrere Monate buchen. Abgerechnet wird transparent mit Rechnung für Ihren Betrieb.
Neben Unterkünften bietet CANOVA auch Handwerksvermittlung an: Wenn Ihnen für eine EH55-Baustelle kurzfristig Kapazitäten fehlen oder Sie als Bauträger zuverlässige Gewerke suchen, unterstützen wir Sie bei der Suche nach passenden Handwerksbetrieben. So können Sie die Nachfrage im Schlussquartal mitnehmen, ohne Ihr eigenes Team zu überlasten. Eine Übersicht unserer Unterkünfte finden Sie unter /monteursunterkuenfte.
Sie planen Einsätze auf EH55-Baustellen im Herbst und Winter 2026? Rufen Sie uns an unter 0155 606 820 10 oder schreiben Sie an info@canova-monteure.de. Wir melden uns schnell mit freien Terminen, Preisen und – falls gewünscht – passenden Handwerkspartnern für Ihr Projekt.