
Der Fachkräftemangel ist für Handwerksbetriebe längst kein Randthema mehr, sondern der Engpass Nummer eins. Im September 2026 sind zwei Entwicklungen zusammengekommen, die Betriebe unmittelbar betreffen: Ein vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) getragenes Pilotprojekt vermittelt gezielt qualifizierte Fachkräfte aus Kolumbien und Usbekistan in deutsche Handwerksbetriebe. Gleichzeitig steht mit dem Programm "Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen" ein bewährtes Förderinstrument vor dem Aus. Wer 2026 international rekrutieren will, sollte beide Punkte kennen — und einen dritten, den fast alle unterschätzen: die Unterbringung der neuen Kollegen in den ersten Monaten.
Unter dem Namen "Future International Talents for German Climate Businesses" (kurz: FIT for German Climate Businesses) gewinnen ZDH, Bundesagentur für Arbeit und die Entwicklungsorganisation sequa gemeinsam Fachkräfte aus Kolumbien und Usbekistan für deutsche Handwerksbetriebe. Gefördert wird das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium. Der Fokus liegt auf klimarelevanten Gewerken — also genau dort, wo der Auftragsdruck derzeit am höchsten ist: Elektro, Sanitär-Heizung-Klima, Anlagenbau, Gebäudetechnik.
Beteiligt sind bundesweit neun Handwerksorganisationen, darunter die Handwerkskammern Koblenz, Münster, Potsdam, Erfurt, Cottbus, Freiburg und die Region Stuttgart sowie die Bauverbände NRW. Die Kammern übernehmen dabei deutlich mehr als die reine Vermittlung: Sie begleiten das Visaverfahren, die Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation und die ersten Wochen im Betrieb. Für den Arbeitgeber bedeutet das, dass ein erheblicher Teil des bürokratischen Aufwands nicht bei ihm hängen bleibt.
Die Anforderungen an die Kandidaten sind bewusst hoch angesetzt. Die bislang vermittelten Fachkräfte haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung und bereits gute Deutschkenntnisse. Allein in ostbayerische Betriebe kamen über das Projekt 13 Fachkräfte — ein Elektroinstallationsbetrieb in Neumarkt in der Oberpfalz stellte gleich drei kolumbianische Elektroniker ein. Das ist kein Massenprogramm, aber ein Modell, das zeigt, wie strukturierte Rekrutierung aus Drittstaaten funktionieren kann.
Parallel dazu hat das Bundeswirtschaftsministerium angekündigt, das Programm "Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen" nach dem geplanten Auslaufen Ende 2027 nicht fortzuführen. Der ZDH hält das für einen schweren Fehler und fordert öffentlich den Erhalt. Die Bilanz spricht dafür: In den Jahren 2024 und 2025 kam es über das Programm zu fast 10.000 Vermittlungen in Arbeit, Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung, davon rund 2.300 mit Menschen aus EU- und Drittstaaten sowie Geflüchteten. Über 52.000 junge Menschen wurden individuell beraten, rund 21.000 Betriebe unterstützt. 93 beziehungsweise 96 Prozent der beteiligten Unternehmen bewerteten die Leistung als zufriedenstellend oder sehr zufriedenstellend.
Der eigentliche Nutzen des Programms lag nicht in der Zahl der Bewerber, sondern im Passungsproblem: Betriebe finden keine geeigneten Auszubildenden, während junge Menschen keinen passenden Zugang zum Beruf finden. Genau an dieser Lücke setzten die Besetzer an — sie kannten Betriebe, Bedarfe und Berufsbilder und begleiteten beide Seiten bis in das Ausbildungsverhältnis hinein. Fällt das weg, trifft es vor allem kleine Betriebe ohne eigene Personalabteilung. Für die Praxis heißt das: Wer die Strukturen noch nutzen will, sollte das in den kommenden Monaten tun, statt zu warten.
Erstens: Kontakt zur zuständigen Handwerkskammer aufnehmen und prüfen, ob sie am FIT-Projekt oder an einem vergleichbaren Vermittlungsprogramm beteiligt ist. Zweitens: Den eigenen Bedarf sauber beschreiben — Gewerk, Qualifikationsniveau, Einsatzorte, Sprachanforderung. Je konkreter das Profil, desto realistischer die Vermittlung. Drittens: Die Anerkennung der Berufsqualifikation früh anstoßen, weil sie regelmäßig der zeitkritische Schritt im Verfahren ist.
Viertens — und dieser Punkt wird in der Praxis am häufigsten unterschätzt: die Unterbringung klären, bevor die Zusage rausgeht. Eine Fachkraft aus Kolumbien oder Usbekistan hat keine SCHUFA-Historie, keine deutschen Gehaltsnachweise der letzten drei Monate und in der Regel keinen Bürgen vor Ort. Auf dem regulären Wohnungsmarkt ist das in angespannten Lagen faktisch ein Ausschlusskriterium. Wenn der Betrieb hier nicht vorbereitet ist, scheitert eine gelungene Rekrutierung an der Wohnungsfrage — nach Monaten Vorlauf und Kosten.
Erfahrene Betriebe lösen das über eine möblierte Zwischenlösung für die ersten drei bis sechs Monate. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Fachkraft kann sofort anfangen, statt erst wochenlang Besichtigungstermine wahrzunehmen. Sie ist nicht isoliert, sondern wohnt oft mit Kollegen zusammen, was die Einarbeitung erleichtert. Und der Betrieb bindet sich nicht an einen unbefristeten Mietvertrag, falls die Zusammenarbeit doch nicht passt.
Steuerlich ist die Sache ebenfalls handhabbar: Übernimmt der Arbeitgeber die Unterkunftskosten bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit, sind diese grundsätzlich Betriebsausgabe. Bei doppelter Haushaltsführung gelten eigene Regeln und Höchstgrenzen. Der Steuerberater sollte den konkreten Fall einmal sauber bewerten — pauschale Aussagen führen hier regelmäßig in die Irre, und die Konstellation bei internationalen Fachkräften unterscheidet sich von der klassischen Montage.
Und ganz nebenbei: In Zeiten, in denen Betriebe um jede Fachkraft konkurrieren, ist eine organisierte, saubere Unterkunft ein handfestes Argument im Bewerbungsgespräch. Das gilt für internationale Fachkräfte genauso wie für deutsche Monteure, die für ein Projekt 300 Kilometer weit fahren sollen.
CANOVA Monteure betreibt Monteurunterkünfte an acht Standorten in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen: Duisburg, Köln, Mönchengladbach, Gera, Leipzig, Chemnitz, Mittweida und Döbeln. Alle Objekte sind voll möbliert, mit Küche, WLAN und Waschmöglichkeit ausgestattet und ohne Kaution oder Bonitätsprüfung buchbar. Die Preise bewegen sich je nach Standort, Belegung und Mietdauer üblicherweise zwischen rund 18 und 30 Euro pro Person und Nacht — bei längerer Belegung und ganzen Teams sind Staffelpreise die Regel.
Genau diese Konditionen sind der Grund, warum sich das Modell für neu eingestellte Fachkräfte eignet: keine SCHUFA-Abfrage, keine Kaution, kurzfristige Verfügbarkeit, monatsweise Verlängerung. Der Betrieb bucht, die Fachkraft zieht ein, und die Wohnungssuche kann in Ruhe parallel laufen.
Zusätzlich bietet CANOVA eine Handwerksvermittlung an. Wenn ein Auftrag früher startet als die neue Fachkraft einreisen kann oder ein Projekt kurzfristig zusätzliche Kapazität braucht, vermitteln wir Handwerker und komplette Teams an Bauträger, Generalunternehmer und Handwerksbetriebe. Beides greift ineinander: Wir stellen die Leute und wir bringen sie unter. Für Betriebe, die gerade international rekrutieren und die Übergangszeit überbrücken müssen, ist das oft die praktikabelste Kombination.
Sie planen 2026 die Einstellung internationaler Fachkräfte und brauchen eine Unterkunft für die Startphase? Oder Sie brauchen kurzfristig ein Handwerker-Team für eine laufende Baustelle? Rufen Sie uns an unter 0155 606 820 10 oder schreiben Sie an info@canova-monteure.de. Nennen Sie uns Standort, Personenzahl und Zeitraum — Sie bekommen in der Regel noch am selben Werktag eine konkrete Rückmeldung mit Verfügbarkeit und Preis.