
Das Statistische Bundesamt hat am 23. Oktober 2026 eine Zahl veröffentlicht, die in der Baubranche für Gesprächsstoff sorgt: Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 23,0 Prozent gestiegen – kalender- und saisonbereinigt. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Für Handwerksbetriebe, Subunternehmer und Monteure stellt sich jetzt die praktische Frage: Kommt diese Welle bei uns an, wann, und wie bereitet man sich darauf vor? Dieser Artikel ordnet die Zahlen ein und zeigt, was Betriebe jetzt konkret tun können.
Laut Pressemitteilung Nr. 375 von Destatis legte der Auftragseingang im Hochbau im August um 12,4 Prozent zu, im Tiefbau sogar um 31,6 Prozent. Als Grund nennt das Amt mehrere Großaufträge. Im Vergleich zum August 2025 lag der reale Auftragseingang 17,3 Prozent höher, nominal – also ohne Preisbereinigung – sogar 23,8 Prozent. Auffällig ist die Spaltung: Während der Tiefbau im Jahresvergleich um 36,4 Prozent wuchs, ging der Hochbau um 1,7 Prozent zurück.
Auch der Umsatz zieht an. Real setzte das Bauhauptgewerbe im August 4,9 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor, nominal waren es 10,1 Prozent mehr, insgesamt 10,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,5 Prozent auf rund 548.000 Personen. Die Statistik erfasst Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen.
Wichtig für die Einordnung: Ein einzelner Monat mit Großaufträgen ist volatil. Destatis verweist deshalb auf den Dreimonatsvergleich. Von Juni bis August 2026 lag der Auftragseingang 7,6 Prozent über den drei Monaten davor – im Tiefbau plus 13,8 Prozent, im Hochbau nur plus 0,6 Prozent. Der Trend ist also klar positiv, aber er wird vor allem vom Tiefbau getragen.
Tiefbau umfasst Straßen, Brücken, Schienenwege, Leitungsbau, Kanäle und Energie-Infrastruktur. Genau hier fließen derzeit große öffentliche Investitionen, etwa für Sanierung von Verkehrswegen, Netzausbau und Wärmeleitungen. Solche Projekte haben typische Eigenschaften: Sie laufen über viele Monate, finden oft außerhalb von Ballungszentren statt und brauchen Kolonnen, die über Wochen am Stück vor Ort sind.
Für den klassischen Wohnungsneubau bleibt die Lage dagegen verhalten. Wer überwiegend im Ein- und Mehrfamilienhausbau unterwegs ist, sollte die Rekordmeldung nicht als Signal für einen sofortigen Auftragsschub im eigenen Segment verstehen. Anders sieht es für Gewerke aus, die dem Tiefbau zuarbeiten oder nachgelagert sind: Elektro- und Kabelmontage, Rohrleitungsbau, Betonbau, Vermessung, Verkehrstechnik, Stahl- und Metallbau sowie Ausrüstung von Bahn- und Energieanlagen.
Wenn Großaufträge vergeben werden, folgt mit einigen Monaten Verzögerung die eigentliche Arbeit – und damit der Bedarf an Fachkräften, Nachunternehmern und Unterkünften. Für Betriebe bedeutet das in den kommenden Monaten voraussichtlich mehr Anfragen von Generalunternehmern, mehr Ausschreibungen für Teilleistungen und mehr Einsätze fernab des eigenen Betriebssitzes.
Gleichzeitig verschärft sich der Engpass beim Personal. Der Fachkräftemangel im Bau ist nicht verschwunden, und wenn viele Projekte parallel anlaufen, steigen Löhne und Nachunternehmerpreise. Wer zu spät plant, findet weder kurzfristig Leute noch bezahlbare Unterkünfte in Baustellennähe. Erfahrungsgemäß sind Monteurzimmer rund um große Infrastrukturprojekte schnell ausgebucht, sobald mehrere Firmen gleichzeitig Kolonnen in dieselbe Region schicken.
Auch die Kalkulation wird anspruchsvoller. Die nominalen Zahlen liegen deutlich über den realen – ein Hinweis darauf, dass Baupreise weiter steigen. Wer heute Festpreise für Arbeiten im Frühjahr 2027 anbietet, sollte Preisgleitklauseln, Materialvorbehalte und realistische Kosten für Anreise, Übernachtung und Verpflegungsmehraufwand einrechnen.
Erstens: Ausschreibungsportale und Kontakte zu Generalunternehmern im Tiefbau aktiv beobachten. Viele Großprojekte werden in Lose aufgeteilt, und Teilleistungen gehen an spezialisierte Handwerksbetriebe. Wer früh Referenzen und Kapazitäten nachweisen kann, hat bessere Chancen.
Zweitens: Kapazitäten ehrlich planen. Lieber ein Projekt weniger annehmen als Termine reißen. Wo eigene Leute fehlen, lohnt sich die frühzeitige Suche nach verlässlichen Partnerbetrieben oder Subunternehmern – mit sauberer Prüfung von Gewerbeanmeldung, Versicherung und Sozialversicherungsnachweisen.
Drittens: Logistik vor dem Auftragsstart klären. Dazu gehören Unterkunft, Fahrzeuge, Werkzeugtransport und Arbeitszeitregelungen für An- und Abreise. Eine Unterkunft mit eigener Küche, Parkplätzen für Transporter und flexibler Belegung spart auf langen Einsätzen spürbar Kosten gegenüber Hotels.
Viertens: Angebote mit Puffer kalkulieren. Bei langen Projektlaufzeiten sollten Preisanpassungen vertraglich geregelt sein, und Reise- sowie Übernachtungskosten gehören als eigene Position in die Kalkulation.
Infrastrukturprojekte konzentrieren sich häufig auf Verkehrsknoten und Industrieregionen. In Nordrhein-Westfalen sind das unter anderem der Raum Duisburg mit Hafen, Stahl und Autobahnnetz, Köln mit seinen Brücken- und Bahnprojekten sowie Mönchengladbach am Übergang zum Rheinischen Revier, wo der Strukturwandel zusätzliche Bau- und Energieprojekte auslöst.
In Mitteldeutschland stehen die Region Leipzig mit dem Flughafen Leipzig/Halle und dem Logistikstandort Schkeuditz, der Süden Leipzigs mit Neukieritzsch, der Raum Chemnitz mit Mittweida und Döbeln sowie Gera in Ostthüringen im Fokus. Hier treffen Verkehrs- und Energieausbau, Gewerbeansiedlungen und Sanierungsbedarf aufeinander – gute Voraussetzungen für langfristige Einsätze von Montagekolonnen.
Die CANOVA GmbH bietet möblierte Monteurunterkünfte in Duisburg, Köln, Mönchengladbach, Leipzig, Schkeuditz, Neukieritzsch, Chemnitz, Mittweida, Döbeln und Gera. Die Wohnungen sind auf Teams ausgelegt: separate Einzelbetten statt Doppelbetten, voll ausgestattete Küchen, WLAN und Waschmaschine. Gebucht werden kann für einzelne Wochen ebenso wie für mehrmonatige Projekte. Alle Standorte mit Details finden Sie auf canova-monteure.de unter Monteursunterkünfte – Standorte.
Weniger bekannt, aber gerade jetzt relevant: CANOVA bietet neben Unterkünften auch Handwerksvermittlung an. Wenn Ihnen für ein Projekt Kapazitäten fehlen oder Sie als Bauträger oder Generalunternehmer zuverlässige Handwerksbetriebe für einzelne Gewerke suchen, stellen wir den Kontakt zu passenden Partnern aus unserem Netzwerk her. So lassen sich Unterkunft und personelle Verstärkung aus einer Hand organisieren.
Der Rekordanstieg beim Auftragseingang ist ein starkes Signal, vor allem für den Tiefbau und die angrenzenden Gewerke. Er bedeutet nicht, dass morgen alle Auftragsbücher voll sind, aber er zeigt, wohin sich die Nachfrage 2026 und 2027 bewegt. Betriebe, die jetzt Kapazitäten, Partner und Unterkünfte planen, sind im Vorteil, wenn die Projekte in die Ausführung gehen.
Sie planen einen Einsatz mit Ihrem Team oder brauchen Verstärkung für ein Projekt? Rufen Sie uns an unter 0155 606 820 10 oder schreiben Sie an info@canova-monteure.de. Wir melden uns schnell mit freien Unterkünften und – auf Wunsch – passenden Handwerkspartnern für Ihre Baustelle.